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PEFC - Im Vergleich Drucken

Glaubwürdigkeit lässt sich messen. Zum Beispiel, wenn ein Zertifizierungssystem weltweite Anerkennung genießt. Das EU-Parlament stellte etwa in der Resolution vom 16. Februar 2006 fest: „Das EU-Parlament sieht die Zertifizierungssysteme von FSC und PEFC als gleichermaßen geeignet an [...,] den Konsumenten Sicherheit bezüglich nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu geben.“ Und die Bundesregierung spricht sich in ihrer Beschaffungsrichtlinie für Holz und Holzprodukte klar für PEFC aus, weil damit ein vertrauenswürdiger Nachweis über die Herkunft aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern erbracht wird.

Beschaffungsvorgaben – öffentliche und privatwirtschaftliche wie zum Beispiel die der Deutschen Bahn – sind ein Beleg für den Status von PEFC als weltweit anerkanntem Zertifizierungssystem zum Schutz der Wälder.

Die Stärken liegen auf der HandPEFC ist Teil eines gesellschaftlichen Prozesses. Denn PEFC basiert auf den politischen Prozessen der Rio-Nachfolgekonferenzen in Helsinki und Lissabon. PEFC legitimiert sich somit nicht durch eine einseitige Interpretation des Nachhaltigkeitsgedankens durch einzelne Interessengruppen.

PEFC ist ideal für kleine Waldbesitzer. Der regionale Ansatz erlaubt es auch dem typischen Familienforstbetrieb, wie wir ihn besonders in Mitteleuropa vorfinden, an einer Waldzertifizierung teilzunehmen, ohne sich komplizierten und bürokratischen Gruppenbildungsprozessen unterziehen zu müssen. Anders als bei der einzelbetrieblichen Zertifizierung ist bei der regionalen Zertifizierung der Aufwand für die Forstbetriebe überschaubar. Die einzelbetriebliche Zertifizierung ist vorrangig für die in riesigen Konzessionen bewirtschafteten Wälder der tropischen und borealen Zone geeignet.

PEFC besitzt in Form der regionalen Waldberichte ein einzigartiges Überwachungsinstrument. So kann die Qualität der Waldbewirtschaftung in einer ganzen Region ständig kontrolliert und verbessert werden. PEFC begnügt sich also nicht damit, in einzelnen vorbildlichen Betrieben einen hohen forstwirtschaftlichen Standard zu etablieren, sondern strebt durch die Einbindung aller Betriebe einer Region an, den Level der gesamten Forstwirtschaft anzuheben.

PEFC garantiert die Wahrung der Eigentümerinteressen. Waldbesitzer, die meist über langjährige Erfahrungen und fundiertes Expertenwissen verfügen sowie die volle Verantwortung für ihre Betriebe tragen, haben ein angemessenes Mitspracherecht bei den Entscheidungen über Bewirtschaftungsstandards. Die Besetzung der Entscheidungsgremien gewährleistet, dass die Eigentümer nicht in eine Minderheitenrolle gedrängt werden.

PEFC ist ein effizientes Zertifizierungssystem. Aufgrund des Regionalberichts und der Stichprobenkontrollen ist eine Zertifizierung mit vergleichsweise geringem Aufwand realisierbar. Die Gebührensätze sind exakt definiert und somit für jeden Waldbesitzer kalkulierbar. Auch wird bei der Umsetzung der Standards auf Praxistauglichkeit geachtet, indem z.B. darauf verzichtet wird, den Waldbesitzer durch willkürliche Flächenstilllegungen unverhältnismäßig zu belasten.

PEFC garantiert eine hohe Qualität der Waldbewirtschaftung. Denn nur glaubwürdige Kontrollverfahren durch unabhängige Zertifizierer, die sich in anderen Bereichen der Wirtschaft bereits einen Namen gemacht haben, sichern die Umsetzung der strengen Bewirtschaftungsstandards. Jährliche Vor-Ort-Audits in einer repräsentativen Zahl an Betrieben überprüfen die Einhaltung der Standards.

PEFC bedient sich unabhängiger Zertifizierer. Nur PEFC stimmt seit seiner Gründung mit den international gültigen ISO-Vorschriften überein. Das bedeutet, dass PEFC die Zertifizierungsstellen nicht selbst akkreditiert, sondern eine Zulassung bei der nationalen Akkreditierungsstelle, im Fall von Deutschland dem DAP, voraussetzt. So bleibt deren volle Unabhängigkeit gewahrt.

Vergleich von ForstzertifizierungssystemenEs gibt zurzeit zwei internationale Zertifizierungssysteme: PEFC und FSC. Da viel über Unterschiede und Gemeinsamkeiten diskutiert wird, wurde von PEFC Deutschland e.V. eine aktuelle Schnittmengenanalyse (pdf) durchgeführt. Dies ist notwendig geworden, als wichtige Teile einer gemeinsam mit der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland e.V. erarbeiteten Synopse (pdf) aus dem Jahr 2002 nicht mehr aktuell waren.

Einen internationalen Vergleich von Zertifizierungssystemen, erstellt das World Business Council of Sustainable Development (WBCSD) im Rahmen des Ratgeber für die nachhaltige Beschaffung von Holz- und Papierprodukten:  www.sustainableforestprods.org. Der Europäische Verband der Papierindustrie (CEPI) sieht die Waldzertifizierung ebenfalls als wichtiges Instrument für die Sicherstellung einer nachhaltigen Wadlwirtschaft und unterscheidet dabei auch nicht zwischen den beiden großen Systemen. Genaue Angaben hierzu finden sich auf dem entesprechenden Issue Sheet des Verbands. Zudem hat CEPI eine „Comparative Matrix of Forest Certification Schemes“ entwickelt, in der PEFC mit hervorragenden Ergebnissen punktet. Ein deutschsprachiger Leitfaden (pdf) hilft beim Verstehen dieser „CEPI-Matrix“.

Vergleiche von Forstzertifizierungssystemen haben eine lange Tradition. So stellten der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) schon 1998 Kriterien für glaubwürdige Zertifizierungssysteme auf:

  • Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung,
  • Akzeptanz bei gesellschaftlichen Interessengruppen,
  • Freiwilligkeit,
  • Kontrolle durch unabhängige Dritte,
  • Transparenz,
  • geeignete Ebene der Zertifizierung,
  • internationale Einbindung.

VDP und VDZ sehen diese Kriterien sowohl von PEFC als auch von FSC als erfüllt an.

Als weiteres Beispiel ist der Abschlussbericht über die Begleitung und Begutachtung des Modellprojektes „Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen im Raum Ostwestfalen-Lippe" (pdf) von Prof. Dr. C. Thoroe aus dem Jahr 2000 zu nennen.

In diesem Bericht wird Folgendes festgestellt:

  • die Kriterien und Indikatoren von PEFC und FSC – abgesehen von den Referenzflächen – liegen „nahe beieinander".
  • die Zertifizierer beider Systeme kommen am gleichen Objekt zum gleichen Ergebnis, demzufolge alle Forstbetriebe ein Zertifikat erhalten, da nur geringfügige Abweichungen festgestellt wurden.
  • der Gutachter erwartet angesichts des hohen Nachhaltigkeitsniveaus, das sich im Bekenntnis der Waldbesitzer dieser Region zum naturnahen Waldbau manifestiert, keine gravierenden Veränderungen durch eine Zertifizierung, lediglich eine Verstärkung der positiven Entwicklung.
  • der „Masseneinsatz von Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft" muss gesteigert werden, wobei eine „marktsicherungsorientierte Strategie", wie sie PEFC verfolgt, sicher das Mittel der Wahl ist.
  • ein Bundesland ist die am besten geeignete Ebene für eine regionale Zertifizierung.

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